Naturlehrpfad Wäldchen

Gefördert durch

aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Klimawandel, Gesundheit und Verantwortung in Pflegeeinrichtungen

Klimatische Veränderungen auf globaler, regionaler und lokaler Ebene verlangen nicht nur bauliche Anpassungen, sondern auch ein bewusstes Handeln. Frühzeitiges Reagieren hilft uns dabei, Belastungen zu mindern und Gesundheit zu schützen. Als Unternehmen prüfen wir deshalb regelmäßig, welche Risiken entstehen und wie wir Bewohnerinnen, Bewohner und Kinder wirksam unterstützen können. Mit unserem Projekt schaffen wir Außenräume, die den Umgang mit diesen Entwicklungen erleichtern und die Gesundheit der Menschen vor Ort stärken.

Unser Projekt „vom Wäldchen zum Naturlehrpfad“ wird im Rahmen des Förderprogramms „Klimaanpassung für soziale Einrichtungen“ (AnpaSo FSP 2) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) gefördert.

  • Titel: AnpaSo FSP2: Umsetzung des Klimaanpassungskonzeptes des Sozialzentrums „Grünhufer Bogen“ der Wohlfahrtseinrichtungen der Hansestadt Stralsund gemeinnützige GmbH in Stralsund
  • Förderkennzeichen: 67APS1981
  • Projektträgerin: ZUG
  • Projektlaufzeit: 1. November 2025 bis zum 30. April 2027

 

Link zum Bundesumweltministerium

Link zur Projektträgerin ZUG gGmbH

Projektstatus

Bild-Dokumentation der einzelnen Bauabschnitte: „Klimaanpassung für soziale Einrichtungen“

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Unser Projekt: Ein Ort für Begegnung, Bildung und Klimaanpassung

Auf dem Gelände unseres Sozialzentrums „Am Grünhufer Bogen“ in Stralsund entwickeln wir einen Bereich, der seit vielen Jahren brachliegt und sich zu einem kleinen Naturraum entwickelt hat. Wir nutzen diese Ausgangslage und gestalten die rund 7000 m² große Fläche zu einem offenen Lern- und Aufenthaltsort für verschiedene Generationen. Obwohl das Areal als Bauland gilt, verzichten wir bewusst auf eine Bebauung und erhalten den natürlichen Charakter des Geländes. Wir pflanzen heimische Gehölze, legen blühende Strukturen an und fördern Lebensräume für Tiere. Bewohnende, Mitarbeitende, Menschen aus dem Stadtteil Knieper West sowie Kinder aus angrenzenden Schulen und Kitas sollen hier Zeit verbringen, beobachten, lernen und sich austauschen. Das entstehende Wäldchen verbindet Naturerlebnis mit Klimaanpassung und zeigt, wie Stadtentwicklung ökologisch und sozial wirken kann.

Projektplan

1. Gestaltungsmaßnahmen des Areals

Das Wäldchen ist in über 30 Jahren zu einem vielfältigen Naturraum herangewachsen: große Laubbäume, alte Obstbäume, dichte Sträucher und eine reiche Vogel- und Kleintierwelt prägen das Bild. Ein Teil des Geländes stammt aus einem früheren Schulgarten, weshalb es heute an manchen Stellen wie ein verwunschener, leicht verwilderter Naturort wirkt.

Damit dieser besondere Charakter erhalten bleibt und das Gelände trotzdem sicher genutzt werden kann, räumen wir nur so viel auf wie nötig:

  • Gefährdende, abgestorbene Bäume werden gekürzt, Totholz bleibt als Lebensraum im Wald.
  • Müll wird entfernt.
  • Auf der Lichtung nehmen wir nur wenige junge Gehölze heraus, damit dort wieder ein grünes Klassenzimmer entstehen kann.
  • Neue Totholzhaufen und eine Benjeshecke schaffen zusätzliche Rückzugsorte für Tiere.
  • Bestehende Strukturen wie Hecken, Ziergehölze und ältere Sträucher bleiben weitgehend unangetastet, um die naturnahe Entwicklung zu fördern.
  • Entstehung eines neuen Naturlehrpfades (Rundweg)

 

Wichtig ist uns, dass das Wäldchen seinen natürlichen Charakter behält. Deshalb schneiden wir Sträucher und Hecken nur minimal zurück und greifen so wenig wie möglich in die bestehenden Strukturen ein. So bleibt der Bereich ein geschützter Lebensraum – und wird gleichzeitig behutsam für Besucherinnen und Besucher zugänglich gemacht. Alle Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit der Forst- und Naturschutzbehörde.

Am Südrand des Wäldchens liegt eine kleine Senke, die sich nach Regen immer wieder mit Wasser füllt. Dieses wechselfeuchte Biotop ist ein wertvoller Lebensraum, der jedoch derzeit stark verschlammt ist und teilweise von umgestürzten Bäumen bedeckt wird. Damit dieser besondere Bereich wieder zur Geltung kommt, wird die Senke behutsam freigestellt und in Teilen renaturiert.  Ziel ist es, das natürliche Zusammenspiel von Trocken- und Feuchtphasen zu erhalten und gleichzeitig erlebbar zu machen.

Geplant ist eine Initialpflanzung mit typischen feuchtliebenden Stauden wie Schwertlilie, Blutweiderich, Sumpfdotterblume und Vergissmeinnicht. Diese Pflanzen bringen Struktur und Farbe in den Bereich und bieten Insekten und Amphibien neue Lebensräume.

So entsteht nach und nach ein kleines, naturnahes Feuchtbiotop, das Besucherinnen und Besucher entdecken können, ohne dass sein ökologischer Wert beeinträchtigt wird.

Damit das Wäldchen künftig gut begehbar ist, entsteht ein neuer Rundweg mit einer klaren Wegestruktur. Es wird künftig einen Hauptweg geben, der von Norden nach Süden führt, ebenso ein schmalerer Nebenweg, welcher die Lichtung mit dem westlichen Zugang verbindet. Alte Zäune werden entfernt um den Bereich zugänglich zu machen. Um dennoch ein unkontrolliertes Betreten zu vermeiden, werden Hecken ergänzt und im Westen Benjeshecken aus Totholz angelegt.

Der frühere Pflasterweg im Osten wird wieder aktiviert und an den bestehenden Weg am Pflegehotel angebunden. Im Inneren des Wäldchens entstehen schonende Holzbohlenwege, die den Waldboden und die Wurzeln schützen.  

Sonnige Lichtung / Grünes Klassenzimmer

Die Lichtung wird behutsam freigestellt, gemäht und leicht eingeebnet, damit sie künftig als Grünes Klassenzimmer genutzt werden kann. Die alten Obstbäume erhalten einen Pflegeschnitt.

Waldbiotop hautnah erleben

Besucherinnen und Besucher können hier das typische „Werden und Vergehen“ des Waldes erleben: Totholz, Pilze, Insekten, unterschiedliche Vegetationsschichten, Lichtspiele und Waldgeräusche machen diesen Bereich zu einem intensiven Naturerlebnis.

Informationstafeln entlang des Weges

An vier Stellen informieren gut gestaltete Tafeln über die verschiedenen Lebensräume im Wäldchen. Themen sind unter anderem das Leben auf der Wiese, heimische Insekten, das Ökosystem Wald sowie Klima- und Naturschutz.

Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten für Tiere

Um die Artenvielfalt zu fördern, werden zusätzliche Lebensräume geschaffen. Dazu gehören Nistkästen, Fledermaus- und Eulenkästen, ein Insektenhotel, Totholzhaufen, eine Benjeshecke und ein Lesesteinhaufen. Mit etwas Glück lassen sich hier verschiedene Vogelarten, Insekten, Reptilien und Kleintiere beobachten.

Gestaltung des westlichen Randbereichs

Der westliche Bereich wird komplett neugestaltet. Alte, geschädigte Gehölze werden entfernt. Eine neue Baumreihe aus fünf hochstämmigen Spitzahornen entsteht auf einer extensiv gepflegten Rasenfläche. Für einen farbenfrohen Frühjahrsaspekt wird eine üppig blühende Krokuswiese angelegt.

Kooperationspartner

Team – IBK MV GmbH

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Projektinformation

Ziele der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie

Mit der behutsamen Reaktivierung des Wäldchens leistet unser Projekt einen direkten Beitrag zu mehreren Zielen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Durch die Schaffung eines kühlen, naturnahen Aufenthaltsraums fördern wir die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen jeden Alters und unterstützen damit Ziel 3 (Ein gesun­des Leben für alle Men­schen jeden Alters gewähr­leis­ten und ihr Wohl­er­ge­hen för­dern). Gleichzeitig stärken wir mit der Aufwertung des Geländes die Lebensqualität vor Ort und tragen zu einer nachhaltigen, widerstandsfähigen und inklusiven Gestaltung unseres Sozialzentrums und seines Umfelds bei, wie es Ziel 11 (Städte und Sied­lun­gen inklu­siv, sicher, wider­stands­fä­hig und nach­hal­tig gestal­ten) vorsieht.

Die Renaturierung des Kleingewässers, der Erhalt der Waldstrukturen und die Förderung von Artenvielfalt durch Nist- und Rückzugsorte unterstützen Ziel 15 (Lan­d­öko­sys­teme schüt­zen, wie­der­her­stel­len und ihre nach­hal­tige Nut­zung för­dern), das den Schutz und die Wiederherstellung von Landökosystemen betont. Darüber hinaus wirkt das Projekt den Folgen des Klimawandels entgegen, indem es Hitzeinseln reduziert und natürliche Kühlung ermöglicht. Damit leisten wir einen Beitrag zu Ziel 13 (Umge­hend Maß­nah­men zur Bekämp­fung des Kli­ma­wan­dels und sei­ner Aus­wir­kun­gen ergrei­fen), das zu sofortigem Handeln im Klimaschutz aufruft.

Insgesamt stärkt das Projekt nicht nur die ökologische Qualität des Geländes, sondern verbessert auch die Aufenthalts- und Arbeitsbedingungen für Seniorinnen, Senioren, Kinder und Mitarbeitende. Damit unterstützt es zugleich Ziel 8 (Dau­e­r­haf­tes, brei­ten­wirk­sa­mes und nach­hal­ti­ges Wirt­schafts­wachs­tum, pro­duk­tive Vollbe­schäf­ti­gung und men­schen­wür­dige Arbeit für alle för­dern), indem es ein gesundes, sicheres und attraktives Umfeld für Menschen schafft, die hier leben, lernen und arbeiten.

Wir haben dieses Projekt ins Leben gerufen, um den spürbaren Folgen des Klimawandels auf unserem Gelände aktiv zu begegnen. Besonders Seniorinnen und Senioren, Kinder und Mitarbeitende sollen künftig besser vor Hitze und intensiver Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Das verwilderte, bisher unzugängliche Wäldchen am Rand des Grundstücks soll dafür wieder begehbar gemacht und als natürlicher, angenehm kühler Aufenthaltsbereich erschlossen werden. Die Gebäude des Sozialzentrums und die umliegenden Außenflächen heizen sich im Sommer trotz vorhandener Verschattung stark auf und bieten nur wenig Schutz vor Hitze.

Durch die behutsame Reaktivierung des Wäldchens entsteht ein schattiger Rückzugsort im Freien, der vor allem für besonders empfindliche Gruppen wie Seniorinnen, Senioren und Kindergartenkinder an heißen Tagen eine spürbare Entlastung schafft.

Die Ausschreibung der Planungsleistung wurde am 12.12.2025 beendet. Das Unternehmen IBK MV GmbH erhielt den Zuschlag. Zu Beginn des neuen Jahres startet die Begehung des Grundstücks und erfolgen erste Abstimmungen zur Umsetzung des Projekts.

Eine der ersten Aufgaben bestand für uns darin, die Finanzierung langfristig abzusichern und das Thema Klimaanpassung bei allen Beteiligten stärker ins Bewusstsein zu rücken.

Inhalt folgt

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